Historie

1926

Im Spätsommer 1926 entschloss sich eine Gruppe junger Kasteler Männer, gemeinsam zu musizieren.
Die Proben waren anfangs in der Gastwirtschaft "Stehling" in der Wiesbadener Straße. Da es in dieser Zeit sehr schwer war, die finanziellen Mittel zu beschaffen, die nötig waren, um Instrumente und Notenmaterial zu kaufen, suchte man Unterstützung beim "Casino zum Frohsinn - Katholischer Männerverein".
In der zweiten Jahreshälfte brachten dessen Vorstandsmitglieder Josef Pusch, Franz Schott und Rudolf Schneider einen Antrag auf Unterstützung der jungen Musiker durch die Gewährung eines Darlehens ein, dem auch stattgegeben wurde.
Somit war also der Grundstein für die Gründung der "Musikabteilung des Katholischen Männervereins" gelegt.
Im Dezember traten 16 Musiker dem Katholischen Männerverein bei. Als Gründungstag wurde damals der 01. August 1926 festgelegt. 1926 1


























Fortan fanden die Proben im Vereinshaus des Männervereins "Zum Frohsinn" unter der Leitung von Albert Länge statt.
Ziel der Musikgruppe war es, "ihr Wirken sowohl bei weltlichen Anlässen Früchte tragen zu lassen, als auch in den Dienst der Liturgie zu stellen".

Nach einer Vielzahl von Proben präsentierte sich die inzwischen auf 20 Musiker angewachsene Bläsergruppe während der Fronleichnamsprozession 1927 der Öffentlichkeit.

1930

peter bioneck

1930 übernahm Peter Bionek die Leitung der Gruppe.
Leider wurde dem Streben der jungen Gruppe durch den 2. Weltkrieg abrupt Einhalt geboten und die Instrumente verstummten. Die Freude an der Musik ging jedoch durch die Ereignisse des zweiten Weltkrieges nicht verloren, und so fanden sich bereits 1945 die ersten Heimkehrer schon wieder zusammen, um die noch junge Tradition zu erhalten. 1947 umfasste die Gruppe bereits wieder 15 Aktive, die sich in einem Kellerraum im Vereinshaus "Zum Frohsinn" zum gemeinsamen Musizieren zusammenfanden.



Hans Schott

1947 wanderte der Taktstock zu Hans Schott weiter, der seit der Gründung der Kapelle als Aktiver mitwirkte und nun das Dirigentenamt übernahm. Die Zahl der Musiker stieg schnell auf 30 und man entschloss sich, dem Diözesanverband der Katholischen Bläserchöre des Bistums Mainz beizutreten.

1951 feierte die Musikgruppe dann ihr 25 jähriges Jubiläum.

Karl Bläser



1961 übernimmt Karl Bläser die musikalische Leitung der Kapelle.











Nachdem der musikalische Schwerpunkt anfangs im Bereich der Kirchenmusik lag, widmete man sich nunmehr auch der "modernen Blasmusik", dem Schlager und der Brauchtumspflege, nämlich der Mainzer Fastnacht.
Von 1949 bis 1970 war die Gruppe als Gardekapelle der Kasteler Jocusgarde aktiv.

Jocusgarde

1964

1964 richteten die Kasteler Musikanten an Pfingsten das 10. Diözesanmusikfest in Kastel aus und waren somit Gastgeber von mehreren hundert Musikerinnen und Musikern aus der Diözese Mainz.
Darüber hinaus entwickelten sich freundschaftliche Kontakte ins Ausland - zur Musikkapelle aus Metz-Sablon (Frankreich).
Diese führten zu mehreren Besuchen in Sablon, so z. B. 1967, als eine symphonische Dichtung von Karl Bläser dort uraufgeführt wurde.

Seit 1971 ist das Hauptorchesters inzwischen als großes Gardemusikcorps der Mainzer Ranzengarde aktiv.
Zusätzlich tritt die Kapelle in der Gardeuniform der Mainzer Ranzengarde gemeinsam mit der Garde zum Kampf gegen Mucker und Philister bei einer Vielzahl von Umzügen an.
Im Laufe der Zeit führte die Verbindung mit der Mainzer Ranzengarde zu mehreren gemeinsamen Reisen, so z. B. 1977 nach Paris zum "Carneval des Carnevals" oder als Vertreter der Landeshauptstadt Mainz in die Partnerstädte Dijon (1983, 1986, 1994, 2000 und 2008) und Erfurt (1992).

Die wachsenden Aktivitäten der Kapelle brachten es mit sich, dass man sich 1974 vom "Casino zum Frohsinn - Katholischer Männerverein" löste und seither selbständig als Verein aktiv ist.
Diese Trennung machte es erforderlich, dass für die Kapelle eigene Probenräume gefunden werden mußten. Als Notbehelf dienten die Clubräume der TG Kastel und das Vereinsheim des Kasteler Hundesportvereins in der Ludwig-Wolker-Straße. Nach langen Verhandlungen mit den Städten Mainz und Wiesbaden gelang es, geeignete Räume im Westflügel der Reduit als Probendomizil anmieten zu können. Durch sehr viel Eigeninitiative der Mitglieder, unterstützt von zahlreichen Spenden, erfolgte 1976 die Übernahme und der Ausbau der gemütlichen Proben- und Vereinsräume.

Ein großes Anliegen war der Vereinsführung schon immer die Ausbildung von Nachwuchs. So konnten 1963 15 Schüler nach zweijähriger Ausbildung in die Kapelle eingereiht werden. 1976 begann man wieder mit der Ausbildung von Nachwuchs.
Waren es in der Anfangszeit besonders Willy Wiegel und Karl Bläser, so übernahm 1980 der damalige erste Vorsitzende Willi Winter, tatkräftig unterstützt von seiner Frau Edith, die Leitung der Nachwuchskapelle.

1981

Oktoberfest





1981 entschloss sich der Verein, eine neue Veranstaltung im Kasteler Veranstaltungskalender, ein zünftiges Oktoberfest, zu etablieren, welches seither jährlich in ununterbrochener Reihenfolge im Kasteler Bürgerhaus stattfindet.








Vinzenz Christ


Vinzenz Christ übernimmt von 1983 bis 1985 die Leitung des Orchesters, dem



Peter Müller 1986 Hans-Peter Müller an das Dirigentenpult folgt.
Er verstand es, auf die aktuellen Trends der Blasmusik einzugehen. Seiner Initiative ist es unter anderem zu verdanken, dass sich auch unser Gesangsduo "Sabine & Jürgen" formierte, welches heute fester Bestandteil der Kapelle ist.

Im Oktober 1990 trat Peter Müller von seinem Dirigentenamt zurück.
Die Suche nach einem Nachfolger erwies sich zu diesem Zeitpunkt als schwieriges Unterfangen, so übernahm unser damaliges Vorstandsmitglied und Trompeter Joachim Groß bis auf weiteres die Leitung des Orchesters.
Hubert Holik
Im Herbst 1992 wurde dann Hubert Holik als neuer Orchesterleiter engagiert. Hubert Holik ist hauptberuflich als Klarinettist des hessischen Polizeiorchesters aktiver Berufsmusiker und somit bestens mit den verschiedenen Bereichen der Blasmusik vertraut. Unter seiner Leitung veranstalteten wir im Dezember 1994 erstmals ein Kirchenkonzert, das sofort ein Publikumserfolg wurde.

Nach mehrjähriger Pause erfolgte 1997 der erneute Aufbau eines Nachwuchsorchesters. Die Leitung übernahm Erwin Babel, aktiver Musiker des großen Orchesters und seit vielen Jahren auch als Ausbilder an Klarinette und Saxofon für den Verein aktiv.

2001

2001 feierte der Verein sein 75jähriges Bestehen, das im Mai mit einer akademischen Feier, einem Jubiläumskonzert und einem Festgottesdienst mit anschließender Totenehrung würdevoll gefeiert wurde.
75 Jahre Kasteler Musikanten

Dr. h.c. Johannes Gerster, der die Schirmherrschaft übernommen hatte, stiftete gemeinsam mit der Mainzer Ranzengarde und Julius Braun eine Standarte für den Verein.

Annette Roos
2003 übernahm wiederum Joachim Groß die musikalische Leitung bis dann im Frühjahr 2004 Annette Roos als Dirigentin für unser Hauptorchester verpflichtet wurde.

2005 engagierte der Mainzer Carneval Club (MCC) erstmals die Kasteler Musikanten als Sitzungskapelle, was gleichzeitig den Beginn einer langjährigen, freundschaftlich geprägten Zusammenarbeit darstellt.

2005 wird das bisherige Nachwuchsorchester in "Die TonARTisten" umbenannt.
Im gleichen Jahr veranstaltete der Verein erstmals ein Concertino, bei dem unsere Musikschülerinnen und -schüler ihr Können und ihre Fortschritte den Eltern sowie der breiten Öffentlichkeit vorstellen.
Das Concertino ist seither im jährlichen Veranstaltungskalender des Vereins fest etabliert.

2006 feierten die Kasteler Musikanten ihren 80. Geburtstag. Aus Anlass dieses Jubiläums wurde erstmals eine eigene CD im Draiser Studio Tonmeister eingespielt und unter dem Title CD "Highlights der Blasmusik" der Öffentlichkeit vorgestellt.

Fritz Brändle

Von 2008 bis 2012 übernimmt Fritz Brändle die musikalische Leitung des Hauptorchesters und ab 2010 zusätzlich auch die Leitung der TonARTisten.
Nachdem Fritz Brändle aus beruflichen Gründen von seinem Dirigentenamt zurücktreten musste, übernehmen die Vize-Dirigenten Joachim Groß und Volker Schmitt vorübergehend die musikalische Leitung des Hauptorchesters, die Leitung der TonARTisten wechselt in die Hände von Sabine Wiesmann.

2013

Holger Müller Seit dem 01. Februar 2013 hat nun Holger Müller, hauptberuflich Schlagzeuger im Hessischen Polizeiorchester und bei "Ernst Hutter und den Egerländer Musikanten", die Leitung des Hauptorchesters übernommen.
Außerdem werden im September dieses Jahres die "Mini-TonARTisten" gegründet, um als zusätzliches Glied in der musikalischen Ausbildung den Übergang vom Einzelunterricht zur Mitwirkung in einem Orchester erleichtern soll.
Die Leitung der Mini-TonARTisten übernimmt Christian Codini.

Erstmals wird in diesem Jahr das taditionelle Oktoberfest als Kasteler Frühlings Stadl -aber genauso zünftig- in die Frühjahrszeit verlagert.

Die Bandbreite unserer Auftritte ist weit gespannt. Sie reicht über die Gestaltung von Gottesdiensten, Trauerfeiern, Hochzeiten, Konzerten, bunten Abenden, Frühschoppen, Fastnachtsitzungen, und, und, und ...
Pro Jahr kommen ca. 40 - 45 Veranstaltungen zusammen. Zur Bewältigung all dieser Aufgaben treffen sich die Aktiven zu etwa 45 Proben pro Jahr.

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